Schule OHNE Rassismus - Schule MIT Courage

 

Die Idee für eine „SOR-SMC“ wurde 1988 von SchülerInnen und JugendarbeiterInnen in Belgien entwickelt. Sie wollten etwas für eine offene Auseinandersetzung mit Diskriminierung aller Art tun. Das Projekt kam gut an und inzwischen beteiligen sich hunderttausende SchülerInnen in Belgien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Deutschland an diesem Projekt.

Bis Juli 2010 wurden bundesweit über 848 Schulen mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

Am 10.02.2011 hat die ERS Nalbach (jetzt Gemeinschaftsschule) diese Auszeichnung, die vom Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Herr Burkhard Jellonnek überreicht wurde, erhalten.

Auszeichnung - Schule ohne Rassismus
v.l.n.r.:Bürgermeister P. Lauer, Bildungsminister K. Kessler, Schulleiterin I. Euteneuer, Patin M. Kratz und K. Scheermann

 

 

             

           

 

Die ERS Nalbach ist die 22. Schule im Saarland, die diese Auszeichnung erhalten hat.

Besonders erfreut sind wir darüber, dass es der Schule gelungen ist die Landestrainerin des Saarländischen Fußballverbandes, Frau Margret Kratz, als Patin für diese Auszeichnung zu gewinnen.

Als „SOR-SMC“ hat sich unsere Schulgemeinschaft folgender Erklärung verpflichtet:

  • Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe einer Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.
  • Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig einander zu achten.
  • Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule einmal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierung durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

          

Seit unserer Ernennung als „SOR-SMC“ und auch schon vorher haben wir verschiedene Projekte, Veranstaltungen und Zeitzeugengespräche durchgeführt, um Diskriminierung und insbesondere Rassismus zu überwinden.

Bisherige Projekte und Veranstaltungen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

  • Schuljahr 2008/2009: Start des Projekts „Spurensuche: Juden in Nalbach“
  • Am 08.12.2008 besuchte uns Alex Deutsch und erzählte seine Lebensgeschichte
  • 2009: Besuch der „Kinder von Zamosch“ (polnische Zeitzeugen) à Diskussionsrunde
  • Besuch der Veranstaltung „Zug der Erinnerung“
  • Ergebnisse des Projekts „Spurensuche: Juden in Nalbach“ werden in einem Kurzfilm dokumentiert
  • Informationstafeln über den Werdegang und das Schicksal der 24 jüdischen Nalbacher Mitbürger werden erstellt
  • Gedenksteine für jeden Einzelnen jüdischen Nalbacher Mitbürger werden beschriftet

  • Schuljahr 2011/2012: Ausstellung: Informationstafeln & Gedenksteine der 24 jüdischen Nalbacher Mitbürger

Aufführung des Theaterstücks „Nacht in Angst“ (Eine Schulklasse wird eine Nacht lang von jugendlichen Neonazis festgehalten und schikaniert.)


 
  • Schuljahr 2013/2014: SOR-Projekttag

Der Projekttag fand für alle Klassen verbindlich statt. Die Klassenstufe 5 näherte sich dem Thema „Rassismus“ unter dem Aspekt „Fremd sein“. Was ist eigentlich fremd und wie geht man mit Fremden um? Des Weiteren überraschte auch die Darstellung einer blinden Fußballgruppe damit, dass sie aufzeigte, wozu Menschen mit Handicap in der Lage sind. Dass eine Behinderung nicht gleich Ausgrenzung bedeutet, erfuhren auch die Schüler der 6c, deren Klassenlehrer Gehbehinderte mit Rollstuhl eingeladen hatte, um sie über ihren Alltag zu befragen. In der Turnhalle führten sie den Schülern Rollstuhlsport vor.Dass in der Geschichte der Menschheit immer wieder ethnische Gruppen durch Vorurteile zu Randgruppen gemacht werden, erarbeiteten mehrere Klassen an verschiedenen Beispielen: Indianer, Juden in der NS-Zeit mit Besuch des jüdischen Friedhofs in Diefflen, Olympische Spiele im Nationalsozialismus, Rassismus und die Bürgerrechtsbewegung in den USA unter Martin Luther King und Filmvorführungen aktueller Verfilmungen. Diese schufen sichtlich Betroffenheit bei den älteren SchülerInnen und machten deutlich, dass die Würde des Menschen als unantastbares Menschenrecht mit allen demokratischen Mitteln zu verteidigen ist.Für die außerschulische Unterstützung bedanken wir uns bei den Dozenten des Adolf Bender Zentrums St. Wendel sowie bei den Mitarbeitern des Netzwerks für Demokratie und Courage, Saar.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • März 2014: Vortrag von Neonazi-Aussteiger Manuel Bauer

Er war schon bei verschiedenen Talkmastern ein gefragter Gesprächspartner, so zum Beispiel bei Günther Jauch und Maybrit Illner, auch der Spiegel widmete ihm eine Reportage. Manuel Bauer war an verschiedenen saarländischen Schulen unterwegs und wir durften und freuen, dass er die Schule am Litermont zweimal besucht hat, um uns seine eigene Geschichte, die Machenschaften, Rekrutierungs- und Anwerbestrategien der rechten Szene zu erklären. Bauer berichtet auch, wie ihm schließlich mit der Hilfe von EXIT-Mitarbeitern im Jahr 2002 der Ausstieg gelang.

Neonazi-Aussteiger Manuel Bauer

Die anwesenden SchülerInnen und LehrerInnen erkannten, dass Bauer ehrlich und ungeschönt seinen Lebensweg schilderte, um zu warnen.


  • Schuljahr 2014/2015: Auf den Spuren der Stolpersteine

In Kooperation mit dem Adolf-Bender-Zentrum und der Gemeinde Nalbach nehmen die SchülerInnen der ERS-Nalbach am Stolperstein-Projekt teil. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat dieses Projekt als Mahnmal initiiert und bereits in über 500 Städten deutschlandweit durch das Verlegen von Gedenktafeln an die Opfer des NS-Regimes erinnert. Die SchülerInnen der jetzigen 10a haben sich zusammen mit Uwe Albrecht (Adolf-Bender-Zentrum) auf eine Zeitreise begeben und über das Leben der jüdischen Mitbürger in Nalbach recherchiert. Weitere Aktionen wie der Besuch des Konzentrationslagers Struthof und der Synagoge Saarbrücken wurden durchgeführt.

Paten für die Herstellung der Messingtafeln und der Verlegung der Steine sind auch schon gefunden worden. Herzlichen Dank an die Spender! (120€ je Stein) Die Stolpersteine werden vor den zuletzt frei gewählten Häusern der jüdischen Bürger in den Bürgersteig eingelassen.

Lara Arand und Torben Kloß trugen stellvertretend für ihre Klasse dieses Projekt im Rahmen einer historischen Veranstaltung im Nalbacher Rathaus vor, ebenso beim 1. Begegnungsfest in Nalbach.

v.l.n.r.: Lara Arand, Torben Kloß, J. Willeke (GemS Nalbach)

  • Schuljahr 2015/2016: Verlegung der Stolpersteine

Beim nächsten Besuch des Künstlers im Schuljahr 2015/2016 sollen die Stolpersteine verlegt werden.

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