Projektabschluss „Gegen das Vergessen“

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Schule am Litermont in Zusammenarbeit mit dem Adolf-Bender-Zentrum und der Gemeinde Nalbach


Projektabschluss „Gegen das Vergessen“

Stolpersteinverlegung am 11. Mai 2017

2015 starteten Schüler/innen der ERS Nalbach im Geschichtsunterricht zusammen mit Frau Willeke (heute: Frau Heyer) das Projekt „Gegen das Vergessen“ – Der Nationalsozialismus in unserer Region.“ Neben den Besuchen von Zeitzeugen und ehemaligen KZ-Häftlingen wie Herrn Deutsch und Herrn Loeb, einer Fahrt zum Konzentrationslager Struthof und mühsamen Recherchen zu den ehemaligen jüdischen Mitbürgern in Nalbach entstand auch in Zusammenarbeit mit dem Adolf-Bender-Zentrum und der Gemeinde Nalbach die Idee, das Projekt mit einer „Stolpersteinverlegung“ für die einstigen Nalbacher Bürger, die Opfer des Nazi-Regimes wurden, abzuschließen. Der Künstler Gunter Demnig verlegt europaweit diese Gedenksteine vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort, auf welchen ein Messingschild mit eingravierten Namen und Daten der Opfer angebracht ist.

Insgesamt zehn Stolpersteine konnten schließlich am 11. Mai an fünf Stationen auf den Trottoirs in der Gemeinde Nalbach vom Künstler persönlich verlegt werden. Die ehemaligen Projektschüler und auch die Sponsoren der einzelnen Steine reisten zur Präsentation an und gaben dem Gedenken einen würdigen Rahmen. Bürgermeister Peter Lehnert begrüßte die Gäste, zu denen die Vorsitzende der Repräsentanz der Synagogengemeinde Saar Frau Erika Hügel, Uwe Albrecht vom Adolf-Bender-Zentrum, Konrektor Dr. Jungbluth (ERS Nalbach)  und Ortsvorsteher Albert Steinmetz gehörten. Frau Hügel wertschätzte das Projekt mit einem Zitat aus dem Talmud: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ Mit kurzen Biografien zu den betreffenden jüdischen Mitbürgern informierten die Schüler die Anwesenden und legten Rosen nieder zum Gedenken an:

Rosa Bonn (1887 – 1940)

Simon Hanau (1878 – 1942) und Charlotte Hanau (1877 – 1942)

Hermann Kahn (1864 – 1940 in Gurs) und Karoline Kahn (1864 – 1941)

Familie Rahovsky: Max Markus (1893 – 1943), Ida (*1901), Kurt (*1923) und Leoni (*1926) überlebten

Jakob Anton Ziegler (1893 – 1944 in Dachau)

Beim gemeinsamen Empfang im Rathaus bedankte sich Bürgermeister Peter Lehnert abschließend bei den Sponsoren und vor allem bei den Jugendlichen für ihr Engagement. Er appellierte an die junge Generation, als Multiplikatoren weiterhin tätig und wachsam zu sein und die  demokratischen Grundsätze von Freiheit und Toleranz in die Gesellschaft zu tragen.

Zwei Liedbeiträge der Gesangsgruppe aus Klasse 8c,  „Imagine“ und „We are the world“,  bekräftigten noch einmal den Glauben und die Hoffnung der Jugend auf eine friedvolle und tolerante Welt.

Mit einem Gedicht der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaleko, die den Holocaust überlebte,  schlug Alexandra Jenner (ehemalige Kl.10a) wieder den Bogen zur immer noch aktuellen Thematik von Vertreibung, Flucht und Leid: 

(un-j)


MASCHA KALÉKO  (1907 – 1975)

HEIMWEH, WONACH ?

Wenn ich „Heimweh“ sage, sag ich „Traum“.

Denn die alte Heimat gibt es kaum.

Wenn ich Heimweh sage, mein ich viel:

Was uns lange drückte im Exil.

Fremde sind wir nun im Heimatort.

Nur das „Weh“, es bleibt.

Das „Heim“ ist fort.


Uwe Albrecht (Adolf-Bender-Zentrum) und für die Schüler der Projektgruppe (v.l.n.r.): Torben Kloß, Alexandra Jenner, Maurice Rasz und Ann-Sophie Conrad
Künstler Gunter Demnig erläutert sein Anliegen mit dem Stolperstein-Projekt
Konrektor Dr. Jungbluth, A.-S. Conrad, Frau Willeke/Heyer mit Baby Levin, T.Kloß, M.Racz und A.Jenner
Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar: Erika Hügel
G. Demnig und Mitarbeiter des Bauhofs beim Verlegen der Stolpersteine
Interessierte Mitbürger, darunter eine Nalbacher Zeitzeugin.

 

Geschrieben von Redakteur am Dienstag, 16. Mai 2017